
Titel: Vielleicht etwas zu gruselig
Das Cover zu "Das Haus der sieben Monde" von Audrey Harings ist ganz nach dem Geschmack meines achtjährigen Sohnes. Es ist richtig schön gruselig. Das alte Hausund der riesige Vollmond spiegeln sich in dem vor ihnen liegendn See. Richtig unheimlich!
Mein Sohn liebt Gruselgeschichten. Der Schluss muss dabei natürlich immer ein versöhnliches Ende haben, z.B. die Auflösung, dass das gruselige Geräusch oder der Schatten einen ganz harmlosen Ursprung haben. Das Gute muss immer siegen. Dies gelingt der Autorin in diesem Buch sehr gut. Trotzdem sind manche der sieben Geschichten nach meinem Geschmack zu gruselig für die angegebene Zielgruppe ab 6 Jahren. Auch die schwarz-weiß Illustrationen schwanken zwischen lustig und niedlich und sehr gruselig. Das hatte leider zur Folge, dass mein Achtjähriger bereits nach wenigen Seiten ausgestiegen ist und ich den Rest des Buches allein gelesen habe. Aber jedes Kind ist da ja anders.
Manche Geschichten sind sehr spannend, aber dabei auch lustig mit sehr niedlichen Tieren. Die beiden Protagonist, die Katzen Umbra und Toffi, sind mir während des Lesens richtig ans Herz gewachsen. Die ältere Katze Umbra ist klug, gelassen und hilfsbereit. Die jüngere Katze Toffi ist zu Anfang tollpatschig, etwas ängstlich und unglaublich niedlich. Im Laufe des Buches wächst sie immer mehr an ihren Aufgaben und wird immer mutiger und schlauer. Während ihren nächtlichen Abenteuern im Wald trifft das Katzen-Duo auf die unterschiedlichsten Tiere, die teilweise ihre Hilfe brauchen. Da wären z.B. der ängstlich Hund Rüdiger, eine niedliche Ziege, eine Orakel-Kuh mit Werwolf Schnarchen, ein hektisches Eichhörnchen, eine freche Elster, eine neunmalkluge Eule und eine einsame Kröte. Dazu gibt es noch allerhand Geister und andere Wesen, die ich wie gesagt teilweise etwas zu gruselig fand. Menschen spielen in dem Buch nur eine kleine Nebenrolle, als nichtsahnende Hausbewohner.
Jede Geschichte hat eine tolle Botschaft, wie z.B.: "Manchmal sind Dinge, vor denen man Angst hat, ganz harmlos", "Es ist okay Angst zu haben." und "Du bist mutiger als du denkst." Leider empfinde ich die Vermittlung dieser Botschaften stellenweise zu abstrakt für kleine Kinder. Außerdem werden schwierige Themen, wie z.B der Tod, ganz nebenbei erwähnt. Das finde ich nicht so gut in einem Kinderbuch.
Es ist daher sehr schwierig für mich, das Buch zu bewerten. Ich fand es sehr schön, mein Sohn fand es aber zu gruselig. Da es ein Kinderbuch ist, werden es daher 3 Sterne. Aber eine klare Leseempfehlung für alle Kinder, die sich nicht zu schnell gruseln. Es ist nämlich ein schönes Buch über Freundschaft, Mut und Hilfsbereitschaft.