
Titel: schuldig oder unschuldig
Richard Wehmeier wird nach seiner Haftentlassung erneut in einen Mordfall verwickelt. Ein Fremder lockt ihn in ein Haus, in dem später die Leiche der fünfjährigen Lisa gefunden wird. Da Wehmeiers Spuren am Tatort entdeckt werden, gerät er wieder unter Verdacht. Nun muss geklärt werden, ob er unschuldig ist und ob der Mord mit dem früheren Fall der getöteten Betti Hein zusammenhängt.
Der kurze, aber intensive Prolog sorgt direkt für Gänsehaut und hat mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Der Schreibstil ist flüssig, lebendig und bildhaft, sodass ich schnell in die Handlung hineingekommen bin. Auch die kurzen, immer wieder wechselnden Kapitel haben mir gut gefallen.
Die vielen Perspektivwechsel und Figuren zu Beginn haben mich nicht gestört, auch wenn man dadurch aufmerksam bleiben muss.
Kommissar Kilian Frommelt hat mir gut gefallen. Seine eigenwillige, manchmal unbeherrschte und unstrukturierte Art macht ihn interessant, zusammen mit Hannah bildet er ein gutes Team. Spannend fand ich, dass Frommelt nicht einfach die offensichtlichste Lösung akzeptiert.
Es werden immer wieder neue Fährten gelegt und einige interessante Fragen aufgeworfen. Allerdings waren Täter und Motiv für mich etwas vorhersehbar und am Ende bleiben leider dann doch einige Fragen offen.
Besonders auffällig war für mich die unglaubliche „Blauäugigkeit“ mancher Figuren. Gleichzeitig zeigt die Geschichte sehr gut, wie gefährlich es sein kann, jemanden aufgrund von Vermutungen oder seiner Vergangenheit vorschnell als schuldig abzustempeln.