
Titel: Dystopischer und atmosphärisch dichter Thriller aus dem Berlin des Jahres 2122
Bei seinem Debüt legt der Autor E.X. Behemoff einen dystopischen Thriller mit Cyberpunk-Elementen vor, der uns in das Berlin des Jahres 2122 führt und mich gut und spannend unterhalten konnte. Zugleich handelt es sich um den ersten Band der Reihe „Das Honeypot Protokoll“, dessen Fortsetzung noch in diesem Jahr erscheinen soll.
Das Zentrum von Berlin liegt nach einer verheerenden Explosion, die sich vor vielen Jahren ereignet hat, immer noch unter einem riesigen Sarkophag verborgen, der die Menschen vor den Folgen schützen soll. Hagen hat seine Eltern in den letzten 5 Jahren dabei unterstützt, eine Ausstellung zu erstellen, die das alte Berlin wieder zum Leben erwecken soll. Doch dann sind seine Eltern plötzlich tot und Hagen gerät ins Visier des mächtigen Moebius-Konzerns, der die Menschheit über den Grid, einem digital-sozialen Käfig, kontrolliert. Warum sieht der Konzern in ihm plötzlich einen Feind für das System ? Und ist der mysteriöse Root-Chip, den Hagen zunächst nur für einen Mythos hält, wirklich der Schlüssel zur absoluten Kontrolle ?
Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen ordentlich ankurbeln, erschafft der Autor hier mit viel Liebe zum Detail eine bedrückende und ziemlich komplexe Welt voller Überraschungen und bestückt sie mit gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Der übliche Spagat eines Auftaktbandes, zum einen eine interessante Geschichte zu erzählen, die Lust auf weitere Bände macht, und zum anderen das Setting und die Protagonisten, die diese Geschichten tragen sollen, sorgfältig einzuführen, gelingt sehr gut, lässt für die weiteren Bände aber durchaus noch etwas Luft nach oben. Der Auftaktband ist zwar grundsätzlich in sich abgeschlossen, deutet am Ende aber schon den einen oder anderen Pfad zur Fortsetzung an.
Wer auf düstere und atmosphärisch dichte Dystopien steht, wird hier gut bedient und zudem noch spannend unterhalten.
4/5ech