
Titel: skurrile und unterhaltsame Krimikomödie mit ganz viel Lokalkolorit
Autor Herbert Hirschler lässt in der Krimikomödie „Blind Date im Heu“ die Revierinspektorin Marie Unterholzer in ihrem zweiten Fall ermitteln.
Sendezeit im beschaulichen österreichischen Marienschlag: „Blind Date im Heu“, eine Kuppelshow, soll hier gedreht werden – und zwar live. Dabei sollen die „Prinzen“ die große Liebe finden. Doch bereits bei der Eröffnungssendung kommt es zum Super-Gau: einer der Prinzen ist tot. War es Mord? Marie Unterholzer glaubt nicht an einen natürlichen Tod und beginnt, unterstützt von der eigenwilligen Janine und dem technikverrückten Tobi, mit den Ermittlungen. Plötzlich gibt es ein weiteres Todesopfer und die Fragen werden dadurch nicht weniger. Dass das ganze Land zusieht, macht die Sache auch nicht einfacher.
Das Cover gefällt mir sehr gut und die Farben sind toll gewählt. Die Herzchengirlande wirkt zwar etwas verspielt, passt aber ausgezeichnet zum Inhalt des Buches.
Als Krimikomödie aus Österreich wird das Buch bezeichnet und es wird dieser Kategorisierung absolut gerecht. Mit viel Humor gewürzt, erzählt Herbert Hirschler einen Krimi mit überraschenden Wendungen. Dabei bietet die skurrile Mischung aus Dorfidylle, Reality-TV und Mordfall eine faszinierende Kombination.
Marie als ermittelnde Hauptfigur mag ich mit ihrer geerdeten Lebensweise sehr. Eine taffe und dennoch sehr nahbare Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht und absolut „ihr“ Marienschlag repräsentiert. Ein Ort, den man ebenso wie seine eigenwilligen Bewohner einfach gern haben muss. Unerschütterlich bleiben sich die Marienschlager treu und lassen sich nicht ins Bockshorn jagen.
Gekonnt finde ich die unterschwellig eingewobene Kritik an Reality-TV sowie übergriffigen Männern. Zudem haben mich die im Dialekt eingeflochtenen Worte und Sätze herrlich unterhalten. Wer sich mit den im Dialekt gehaltenen Äußerungen schwer tut, findet im hinteren Teil des Buches ein erklärendes Glossar.
Schade fand ich, dass man sich das Motiv hinter den Morden als Leser nicht erschließen konnte. Am Ende ist es völlig klar, doch ein echtes Miträtseln, mit der Möglichkeit auf die korrekte Lösung zu kommen, ist dadurch leider nicht gegeben. Außerdem müsste man an einigen Stellen den ersten Band kennen, damit das Geschehen vollends Sinn macht und man entsprechendes Verständnis aufbringen könnte. So schmälern kleinere Ungereimtheiten etwas den Lesegenuss.
Ein Personenregister wäre toll gewesen, damit man die verschiedenen, in ihrer Gesamtzahl nicht wenigen, Charaktere besser auseinanderhalten und einordnen hätte können.
Eine insgesamt originelle, wenn auch eigenwillige, Idee und unterhaltsame Krimikomödie mit ganz viel Lokalkolorit.