
Titel: Wenn die Fäden der Vergangenheit und Zukunft zu einem wunderschönen Bild werden
Bekannt ist Autorin Marit Warncke vielen als DIY-YouTuberin. Mit „Fäden des Glücks“ legt sie einen gefühlvollen Roman vor.
Unternehmensberaterin Karla verliert wegen einer Unachtsamkeit ihren Job. Als dann auch noch ein Brief des Finanzamts eintrifft, der eine hohe Forderung wegen eines Erbes enthält, beschließt sie, das alte Gutshaus der Familie zu verkaufen. So reist sie ins beschauliche Lüttenbü, das in ihrer Kindheit und Jugend ihr Ankerort war. Verbrachte sie dort doch alle Ferien, bis ihre Eltern sich scheiden ließen und das Haus dem Verfall preisgaben. Deshalb will Karla ein paar oberflächliche Renovierungen vornehmen und das Objekt schnellstmöglich auf den Markt bringen. Doch sie hat die Rechnung ohne den tatsächlichen Zustand des Hauses gemacht. Und dass sie ausgerechnet Rasmus über den Weg läuft, der ihr vor rund 10 Jahren das Herz gebrochen hat, war auch nicht eingeplant.
Das Cover mit seinen fröhlichen Farben und seiner Helligkeit hat mich sofort angesprochen. Ein antiker Nähtisch mit ebensolcher Nähmaschine und einem Stuhl stehen vor einer holzvertäfelten Wand, Stoffe liegen auf dem Nähtisch. Nähutensilien wie Fingerhut, Schere und Nadelkissen sind zudem als Symbole auf dem Cover verteilt. Das zusammen verströmt auf den ersten Blick neben dem Thema "Nähen" eine heimelige und fröhliche Atmosphäre, die gute Laune macht
Sehr positiv hervorzuheben ist die Authentizität der Figuren. Als Leser begleitet man die sympathische Hauptprotagonistin Karla in ihrer Entwicklung. Diese ist absolut nachvollziehbar dargestellt und beinhaltet deren eigene Vergangenheit ebenso wie die weiterer Personen. So entspinnt sich eine berührende Geschichte, in der Karla viele verworrene Fäden langsam aber sicher aufdröselt und diese sich zu einem wunderschönen Bild verknüpfen.
Durch den atmosphärischen und warmherzigen Schreibstil der Autorin taucht man direkt ab in die unterhaltsame Geschichte, die neben Romantik auch eine gehörige Portion Kreativität beinhaltet. Diese spiegelt sich zum Einen im Thema Renovierung und Denkmalschutz wider, zum Anderen im Thema Nähen. Deshalb ist die Nähanleitung für eine Kissenhülle am Ende des Buches ein schöner Abschluss. Zudem gefällt mir, dass die Kapitel tagebuchmäßig mit Wochentag und Datumsangabe überschrieben sind, so dass man sich problemlos auf den verschiedenen Ebenen des Buches zurechtfindet.
Einfach toll, wie Marit Warncke aus den Fäden der Vergangenheit und der Zukunft einen gefühlvollen Roman knüpft. Ich konnte diesen Wohlfühlroman kaum aus der Hand legen und empfehle ihn gerne weiter – auch für Nicht-Nähbegeisterte.