
Titel: Packender und abgründiger Thriller aus dem hohen Norden
In diesem Thriller schickt der Autor Gunnar Schwarz sein gut aufeinander abgestimmtes Ermittlerduo Jana Bein und Oliver Marquart von der Kieler Kriminalpolizei in ihren dritten Fall, der mich erneut auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.
Man braucht hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden, um die Geschichte lesen und nachvollziehen zu können. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber doch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Eigentlich ist Jana Bach im Urlaub, als sie den Anruf eines ehemaligen Kollegen aus ihrer Zeit als Streifenpolizistin erhält. Jannes Otte hat einen grausigen Fund gemacht: An der Treppe eines Hauses hängt die Leiche einer Frau, die in ein Brautkleid gekleidet ist. Zusammen mit ihrem Kollegen Oliver Marquart übernimmt Jana die Ermittlungen und greift auch wieder auf die Hilfe der ehemaligen Fallanalytikerin Madeleine Lejeune zurück. Und deren Vermutung, dass hier ein Serientäter am Werk sein könnte, bestätigt sich schon bald.
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende einen fulminanten Showdown mit einer schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei sind diesmal besonders die Bürokraft Belinda und Olivers Sohn Joris hervorzuheben, die hier nun gegenüber den vorherigen Bänden deutlich stärker präsent sind. Die Geschichte wird diesmal ausschließlich aus den wechselnden Perspektiven der beiden Hauptermittler erzählt, auf die sonst bei ihm üblichen zusätzlichen Passagen aus der Sicht der Opfer oder des Täters verzichtet der Autor diesmal. Fein dosierte Ausflüge in das turbulente Privatleben der beiden ungleichen Ermittler lockern das eher düstere Geschehen zudem immer wieder ein wenig auf, die Ermittlungen steht dabei aber immer im Mittelpunkt des Geschehens.
Wer auf spannende und abgründige Thriller steht, wird hier erneut bestens bedient und unterhalten.
5/5ech