
Titel: Packender und vielschichtiger Polit-Thriller aus Südamerika
In diesem Polit-Thriller schickt der Autor Heiko Flemming seinen Protagonisten David Thomsen in seinen zweiten Einsatz. Dabei konnte er sich gegenüber dem ersten Band deutlich steigern, für die weiteren Bände bleibt aber weiterhin noch ein wenig Luft nach oben.
Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Eigentlich wollte David Thomsen nach den dramatischen Ereignissen vor einem Jahr, bei denen er seine große Liebe Maria verloren hat und zum Mörder geworden ist, nie wieder nach Südamerika zurückkehren. Doch dann bitten ihn ausgerechnet die Bewohner des Dorfes, die ihn damals gerettet haben, um Hilfe. Diese Bitte kann er einfach nicht abschlagen und so ist er fest entschlossen, noch einmal das Risiko einzugehen. Doch dafür muss er zunächst sein altes Team reaktivieren und das erweist sich nicht gerade als einfach.
Mit einem packenden Schreibstil, einem hohen Erzähltempo und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute und recht komplex angelegte Geschichte, die von wahren Ereignissen inspiriert wurde, voran. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Neben den aktuellen Ereignissen um David, die im Jahr 2013 angesiedelt sind, gibt es immer wieder Rückblenden, in denen Entwicklungen beleuchtet werden, die plötzlich in der Gegenwart eine größere Bedeutung erlangen. Und auch wenn das Ganze an der einen oder anderen Stelle vielleicht doch ein wenig überkonstruiert wirkt, bietet es doch durchgehend Spannung, die bis zum finalen Showdown hält. Auch diesmal merkt man dem Buch jederzeit an, wie intensiv der Autor zu den Hintergründen seiner Geschichte recherchiert hat. Dies verleiht dem Ganzen eine gewisse Authentizität, die die Wirkung der perfiden Hintergründe, die hier nach und nach aufgedeckt werden, noch einmal deutlich verstärkt.
Wer auf spannende Thriller mit politischen Bezügen steht, wird hier insgesamt gut bedient und unterhalten. Und die böse Schlusspointe im Epilog macht auch gleich große Lust auf die Fortsetzung.
4/5ech