
Titel: Packender und atmosphärisch dichter historischer Roman aus dem 30-jährigen Krieg
Mit diesem Buch legt der Autor Wolf Hector, hinter dem sich Thomas Ziebula verbirgt und der auch bereits unter einigen anderen Pseudonymen, wie z. B. Ruben Laurin, veröffentlicht hat, einen packenden und atmosphärisch dichten historischen Roman aus dem 30-jährigen Krieg vor, der mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte.
Im Jahr 1630 steht die protestantische Stadt Magdeburg unter starken Druck durch den Kaiser, der die Rückgabe der Stadt an die Katholiken fordert. Unter der Bevölkerung herrscht große Uneinigkeit, die zu einigen politischen Ränkespielen führt. Am Ende setzen sich die Kräfte durch, die einen Pakt mit dem König von Schweden befürworten, um unter dessen Schutz zu stehen. Auch die junge Witwe Teresa Werdenhagen und der Bildhauer Caspar Ludolf Steinmann, deren einstige Jugendliebe gerade neu entflammt ist, geraten in die Wirren dieser Zeit, da ihre Väter auf unterschiedlichen Seiten des Konfliktes stehen. Als die kaiserlichen Truppen im Frühjahr 1631 mit der Belagerung von Magdeburg beginnen, nimmt das Verhängnis seinen Lauf.
Mit einem packenden Schreibstil und viel Liebe zum Detail konnte mich der Autor mit jeder Seite immer tiefer in den Bann der gut aufgebauten Geschichte ziehen. Getragen wird diese durch fein gezeichnete und vielschichtig angelegte Charaktere in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, mit denen man beim Lesen gerne mitfiebert. Dabei hält sich der Autor eng an die historischen Fakten, wie eine Zeittafel zu Beginn des Buches belegt, versteht es aber auch meisterhaft, die durchaus vorhandenen Lücken dazwischen mit viel Phantasie zu füllen, ohne das Gesamtbild zu verfälschen.
Neben der Zeittafel ist auch das Personenregister mit der Zusatzinformation, welche der Protagonisten historisch belegt sind, sehr hilfreich, um sich in der komplexen Geschichte mit seinem doch recht hohen Personenaufgebot zurechtzufinden. Ein Nachwort, das Auskunft über Dichtung und Wahrheit gibt, und ein Glossar runden das Buch am Ende hervorragend ab und lassen endgültig keine Fragen mehr offen.
Liebhaber von prallen historischen Romane aus dem 30-jährigen Krieg werden hier bestens bedient und unterhalten.
5/5ech